colormunki Smile – Eine Enttäuschung auf voller Linie

Verzweifelt auf der Suche nach dem richtigen Rot und Grün für ein Logo und der völlig unterschiedlichen Darstellung auf meinen Monitoren habe ich mich entschieden, wieder ein Gerät zur Monitorkalibrierung zu kaufen. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal einen Datacolor Spyder, der mir gute Dienste geleistet hat. Nach dem Lesen diverser Bewertungen und Produkttests habe ich mich dieses Mal für den x-rite colormunki Smile entschieden.

Die Einstellmöglichkeiten, die der Spyder damals bot, habe ich nie genutzt, deshalb war klar, dass ich nun kein Geld dafür ausgeben wollte und mir ein Plug-and-Play-Gerät ausreichte. Deshalb gab es nur die Wahl zwischen dem Spyder4Express und dem colormunki Smile. Auf einigen Seiten wird behauptet, die Sensoren der Spyder-Geräte würden altern und seien nach einigen Jahren unbrauchbar. Keine Ahnung, ob das auch für die aktuellen 4er-Modelle gilt oder nur einer vom anderen abschreibt und Unwahrheiten weiter verbreitet.

Den colormunki Smile gab es mit 70,20 Euro am günstigsten bei einem Händler in meiner Heimatstadt. Also nach Vorbestellung abgeholt und gleich mal an einen Mac angeschlossen. Mittlerweile hat x-rite die Lizenzbedingungen geändert und man kann die Geräte an allen eigenen Rechner benutzen. Die Software kann nach Installation sofort genutzt werden, es muss nichts registriert und freigeschalten werden. Sehr benutzerfreundlich. Allerdings zeigte sich nach dem Start der Software folgendes Bild:

colormunki Smile Mac OS 10-7-5 1

Die Software läuft, auf der mitgelieferten CD sind auch die aktuellen Versionen. Für Mac gab es ohnehin seit dem Erscheinen im letzten Jahr kein Update und für Windows lediglich einen. Aber es sind keine Texte zu sehen.

colormunki Smile Mac OS 10-7-5 2

Auch der Einstellungsdialog sieht nicht besser aus. Egal, Schulungsvideo angeschaut und versucht die Software über Bedienung der grünen Flächen zu bedienen. Aber auch das war ohne Erfolg. Schon nach wenigen Sekunden erschien immer das gelbe Warnungsdreieck. Ohne Texte konnte man die Fehlerbeschreibung natürlich nicht lesen. Auch Einstecken in eine andere USB-Schnittstelle direkt am Mac brachte keine Besserung.

Nächster Versuch mit Windows 8.1. Mein Rechner hat drei Monitore, davon ist der erste im Portrait-Modus.

colormunki Smile Windows 8-1 Portrait

Offensichtlich haben die Entwickler so etwas noch nie gesehen. Die Software lässt sich nicht bedienen da die Schaltfläche zum Start ausserhalb des sichtbaren Bereichs liegt. Also zunächst Monitor gedreht und die Grafikkarte auf Landscape umgestellt.

Die Kalibrierung aller drei Monitore ging dann problemlos von der Hand. Aber spätestens beim zweiten Monitor nerven die Animationen mit sich verschiebenden und drehenden Monitoren. Die kosten bloß Zeit und sind ohne praktischen Nutzen zumal die colormunki Smile-Software, sofern die Einstellungen nicht geändert werden, jede Woche daran erinnert den oder die Monitore neu zu kalibrieren. Wer möchte sich dann immer diesen Animationsschnickschnack anschauen?

Insbesondere auf meinem alten FujitusSiemens-Monitor sind nun die Kontraste deutlich besser. Bei allen drei Monitoren ist die Sättigung im Vorher-Nachher-Vergleich jetzt deutlich sichbar geringer. Aber was für eine dank Bing sofort sichtbare Enttäuschung. Bing hat an diesem Tag ein schönes Bild mit blauem Hintergrund als Desktop-Bild eingerichtet. Während der Samsung- und der LG-Monitor das Blau relativ ähnlich darstellen, ist es auf dem FujjitsuSiemens ein erheblich abweichendes Blaugrau.

colormunki Smile Mac Windows 8-1 Ergebnis 1

Den colormunki Smile hatte ich eigentlich genau deshalb gekauft, dass die Farben auf allen drei Monitoren annähernd gleich aussehen, aber davon kann überhaupt keine Rede sein.

colormunki Smile Mac Windows 8-1 Ergebnis 2

Obiges Bild habe ich mit meiner Kamera aufgenommen und dann zusammengeschnitten. Man sieht auch hier die erheblichen Unterschiede in Farben und Kontrast, insbesondere im Himmel und in dem grauen Felsbereich in der Mitte unten.

Fazit: Eine totale Enttäuschung. Sowohl unter Mac, wie auch Windows. Vom Kauf kann aus meiner Sicht nur abgeraten werden.

2 Antworten zu colormunki Smile – Eine Enttäuschung auf voller Linie

  1. Klaus Nahr sagt:

    Nach fast zwei Jahren habe ich nun wieder mal versucht den ColorMunki Smile zum Laufen zu bringen da auf meinem dritten Alt-Monitor praktisch kein Unterschied zwischen weiß und hellgrau zu sehen war. Nach dem aber die mit dem ColorMunki mitgelieferte Software nicht für eine Verbesserung sorgte, habe ich nach etwas Googlen ArgyllCMS und DispcalGUI gefunden. Und ich muss sagen, ein Traum. Die Software macht genau das, was die mit dem ColorMunki mitgelieferte tun sollte, aber nicht schafft. Eine schöne Anleitung für die beiden Programme findet sich auf http://www.fotovideotec.de/dispcalgui/ Die Software funktioniert problemlos, auch unter Windows 10.

  2. Tobias sagt:

    Hallo Klaus, schade, dass du mit dem Colormunki Smile schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich habe dieses Colorimeter kürzlich auch getestet und bin von der Leistung eigentlich positiv überrascht. Wer sich nicht langwierig mit dem Thema Farbmanagement beschäftigen, sondern einfach nur ein farbtreues Display nutzen möchte bekommt hier eigentlich ein solides, allerdings extrem spartanisch ausgestattetes Paket.
    Aber wie du ja auch schon geschrieben hast, lässt sich der Funktionsumfang mit den freien Softwarealternativen deutlich steigern.

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