American Beobachtungen

Nach einer Woche USA muss ich doch mal einige meiner Beobachtungen zusammenschreiben.

  • Die Immigration ist immer eine Qual. Ewig Schlange stehen, langsame Beamte, Foto und Fingerabdrücke. Man kommt sich vor wie ein Verbrecher. Und viel Personal soll wohl für mehr Sicherheit sorgen. Bevor man zum Beamten vorgelassen wird, wird mehrfach von umherlaufenden Personal der Reisepass und die Formulare kontrolliert. Und alle machen genau das gleiche.
  • Bei der Ausreise das gleiche Szenario. Lange Schlange vor der Security. Und zig Personen die wieder den Pass anschauen, die Bordkarte überprüfen, ein bischen Stempeln etc. Stempeln scheint ohnehin ein wichtiges Thema zu sein. Überall wird gestempelt, sogar auf den Aufklebern am Koffer.
  • Personal scheint noch immer billiger als Maschinen zu sein. Am Flughafenterminal gibts beim Checkin kein Gepäckförderband, sondern Menschen tragen die Koffer umher. Bei Straßenbaustellen gibt es eine Unmenge Personal das den ganzen Tag nichts anderes tut, als mit orangen Flaggen rumzustehen.
  • Die meisten High- und Freeways sind in einem jämmerlichen Zustand. Verwerfungen, Schlaglöcher, Abfräsungen, Versatz auf fast jedem Meter. Nur selten findet sich eine „Autobahn“ in europäischem Zustand. Das ist auch der Grund warum alle Autos extrem weich gefedert und total unterdämpft sind. Ansonsten hätte wohl bald jeder einen Bandscheibenvorfall.
  • 65 Meilen sind genug. 75 Meilen ist schon fast lebensgefährlich. Kaum zu glauben, aber das ist wirklich so. Aufgrund der schlechten Straßen sowie der miserablen Strassenlage wegen der weichen Federung und Unterdämpfung hält man Tempo 120 km/h schon fast für gefährlich und hält sich deshalb freiwillig an Tempolimits.
  • Viele Amis fahren wirklich so langsam und vorsicht, dass unklar ist, ob sie schon oder noch halb schlafen, Videos auf ihrem iPod anschauen, BigMac’s essen oder sonst weis was tuen. Gefährlich wird es, wenn sie telefonieren. In einer Woche musste ich zweimal telefonierenden Amis ausweichen um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
  • Auf den Highways wird meist 10 Meilen schneller gefahren als erlaubt. Mehr als 15 Meilen zu schnell fährt aber praktisch keiner.
  • Müll wird noch immer einfach aus dem fahrenden Auto entsorgt, z.B. auf dem Highway oder dem Parkplatz von Burger King & Co.
  • Free Wireless LAN gibts mittlerweile in den meisten Motels, außer bei Motel 6. Und fast immer ist die Nutzung ohne Zugangsdaten möglich. Wer WLAN braucht, einfach in einem der Motel-Coupon-Hefte schauen wo es WLAN gibt oder einfach auf gut Glück ein Motel suchen. Vor dem Motel parken und surfen. Das geht fast immer.
  • Überall findet man Hinweise zum Strom sparen, Wasser sparen, Sprit sparen etc. Nur interessieren scheint das noch immer fast keinem. In vielen Motels gibt es noch immer Duschen bei denen man lediglich die Temparatur einstellen kann aber nicht die Wassermenge. Im Napa Valley bekommt man einen Zuschuß für ein Wassersparklo.
  • Während bei uns Stromsparlampen noch immer relativ teuer sind, gab es bei Walgreens den Viererpack zu USD 1,99.
  • Diesel ist ein ganz kleines bischen teuerer als Benzin. Der Liter kostet ca. 60 Cent. Da lohnt sich Benzinsparen natürlich kaum.
  • Amerikaner lieben Lärm. Anders ist für mich nicht zu erklären, warum Häuser und Motels nur wenige Meter neben Autobahnen und Schnellstrassen gebaut werden. Bei Motels ist das ja aus Werbegründen noch verständlich, aber auch dann müssten Zimmer keinen Highwayblick bieten. Die Holzbauweise und teilweise antiquierte Türen und Fenster ohne jegliches Profil bieten auch keine wirkliche Lärmdämmung. Lärmschutzwände finden sich nur vereinzelt.
  • Es gibt eigentlich kaum moderne Architektur oder Einrichtungen. Alles wirkt irgendwie wie bei Oma oder wie in Good Old England.
  • Amerikanische Busse sehen oft nach Vorkriegsmodellen aus. Aber immerhin, dieses Mal habe ich einige moderne Setra-Busse gesehen.
  • Reiche Amis (Mann & Frau, no Kids) lieben es, sich mit extralangen Limousinen von Winery zu Winery fahren zu lassen.
  • Bei den Weingütern im Napa Valley ist fast keine Flasche unter 20 Dollar (plus Tax) zu bekommen. Viele Weinflaschen kosten leicht auch mal 50 Dollar und mehr. Und bei uns gibt es kalifornische Wein zu unter 5 Euro bei Aldi, Lidl & Co.
  • Das ganze Napa Valley entwickelt sich zu einer Mischung aus Las Vegas und Disney Land. Neue Winerys die nach italienischem Schloss aussehen oder mit wunderschönen „griechischen“ Säulen entstehen. Wer Geld hat, baut sich z.Z. wohl eine Designer-Winery.
  • Lustig ist auch der Hinweis, dass Autos u.A. Krebs verursachen (können).

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