Schlechte Produkte: Black&Decker Dustbuster CV1205

Im Laufe seines Lebens kauft der Mensch viel Schrott zusammen. Meine persönlichen Reinfälle möchte ich in dieser Serie beschreiben.

Nachdem mein Aldi-Akkustaubsauger ziemlich schnell das Zeitliche gesegnet hatte (er gehört eigentlich auch in diese Serie), dachte ich mir, ich leiste mit jetzt ein vernünftiges Markengerät. Der Aldi-Staubsauger konnte nie mit seiner Saugleistung und Laufzeit überzeugen und war eigentlich zu nichts zu gebrauchen. Nach einer kurzen Marktanalyse viel meine Wahl auf den Black&Decker Dustbuster CV1205. Hauptentscheidungsgrund waren der 12 Volt-Akku hinter dem ich eine große Saugleistung vermutete. Ausserdem bot er noch „Cyclonic Action“, das klang irgendwie nach den Dyson Staubsaugern. Sein Listenpreis beträgt aktuell 83 Euro. Er ist mittlerweile aber schon ab ca. 50 Euro erhältlich.

Black&Decker Dustbuster CV1205

Am Anfang war ich ganz begeistert. Das Teil saugte so stark, dass es genügte ihn auf der ersten Stufe des „2-Stufen-Turboschalters“ laufen zu lassen. Die mitgelieferte „Flexible Ladestation“ machte die Lagerung einfach. Einfach einhängen und fertig. Das Netzteil war an die Ladestation angeschlossen und die Anleitung versprach „Das Gerät kann ständig am Stromnetz angeschlossen bleiben.“ Das war komfortabel. Viel besser als das Aldi-Gerät das zum Laden immer von Hand mit dem Netzteil verbunden werden wollte.

Doch schon nach weniger als einem Jahr nahm die Saugleistung rapide ab. Schon nach wenigen Minuten Staubsaugen waren die Akkus leer. Stellte ich auf Stufe 2 um, lief der Motor deutlich hörbar langsamer und nach wenigen Sekunden war ganz Schluß mit Saugen.

Jetzt nach fast 2 Jahren, war endgültig Feierabend mit Saugen. Ich habe das Gerät zerlegt. Glücklicherweise ist es mit ordentlichen Kreuzschlitz-Schrauben zusammengeschraubt. Nach etwas mühsamer Zerlegung des Akku-Packs kam die Bescherung zum Vorschein.

Black&Decker Dustbuster CV1205 Akku-Pack

Der Dustbuster wird mit 10 NiCd-Akkus mit Strom versorgt. Aber nur wenn man auf Stufe 2 saugt. Auf Stufe 1 wird der Strom nach 8 Zellen abgegriffen. Da ich fast ausschließlich auf Stufe 1 gesaugt habe, habe ich nur 8 Zellen genutzt. Geladen wurden dann aber immer alle 10 Zellen. Beim Messen stellte sich heraus, dass die beiden im Prinzip ungenutzten Zellen total kaputt waren und sich auch mit einem Super-Duper-Ladegerät nicht mehr formieren liessen. Aufgrund der zwei kaputten Zellen wurden beim Laden die restlichen 8 Zellen auch nicht mehr richtig voll geladen. Diese waren aber noch im guten Zustand und lieferten noch immer über 1.300 mAh Kapazität. Angegeben waren sie mit 1.500 mAh. Ich habe deshalb nur die beiden defekten Zellen ausgetauscht, obwohl man eigentlich immer alle Akkus tauschen sollte. Den Abgriff für die Stufe 1 habe ich abgezwickt um nicht noch einmal das gleiche Desaster zu erleben.

Jetzt saugt er wieder wie am Ersten Tag🙂

Was mir allerdings noch immer Sorgen bereitet, ist das Laden. Im Black&Decker Dustbuster CV1205 konnte ich keine Ladeelektronik finden. Das Netzteil liefert konstant 13,5 V Wechselstrom. Im Staubsauger ist nur eine kleine Platine mit ein drei Dioden, zwei Widerständen und einer Leuchtdiode zu finden. Das kann wohl kaum eine intelligente Ladeelektronik sein.

Black&Decker Dustbuster CV1205 Elektronik

Deshalb werde ich mir jetzt noch in die Ladestation einen Schalter zum Ein-/Ausschalten des Netzteils einbauen. In der Hoffnung, dass die Akkus dann ein bischen länger halten. Ausserdem spart es Strom, wenn das Netzteil nicht 365 Tage im Jahr 24 Stunden läuft.

Der Hinweis in der Anleitung „Achtung: Ist der Akku erst einmal ausgebaut, kann er nicht wieder eingebaut werden.“ ist natürlich blanker Unsinn.
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12 Antworten zu Schlechte Produkte: Black&Decker Dustbuster CV1205

  1. […] der Überschrift “Schlechte Produkte: Black&Decker Dustbuster CV1205” schildert ein elektronikkundiger Blogger seine Erfahrungen. Ärgerlich, daß der […]

    • Mario sagt:

      Hallo lieber Klaus, obwohl dein Blogeintrag schon ein wenig älter ist ist er für mich gerade aktuell…ich versuche gerade die Akkus meines Handstaubsaugers zu wechseln – scheitere jedoch schon am öffnen des Gehäuses. Die Kreuzschlitzschrauben sind natürlich kein Problem, doch dann wie weiter? Falls du noch ein Bild oder Skizze hättest würde ich mich riesig freuen. Viele Grüße Mario

      • Klaus Nahr sagt:

        Hallo Mario,
        so genau weiß ich das auch nicht mehr. Aber es war nicht schwierig. Einfach die Kreuzschlitzschrauben an der Seite und unten entfernen. Das blaue Unterteil wird noch durch vier Plastiknasen hinten und an der Seite gehalten.
        Meine Akkus sind mittlerweile übrigens völlig tot. Ich werde mir wohl einen neuen Akkupack zusammenlöten lassen. Vergleichsweise günstig macht das z.B.: http://www.akkuservice-lehmann.de und dann mit einem eigenen Ladegerät den Staubsauger laden.
        Beste Grüße
        Klaus

      • Klaus Nahr sagt:

        Habe meinen jetzt zerlegt um die Akkus zu tauschen. Um das blaue Unterteil abzunehmen müssen nur die beiden hinteren Schrauben neben den Haltenasen raus. Das blaue Unterteil wird dann nur noch von den beiden großen Haltenasen am Ende festgehalten. Mit zwei Schraubenziehern diese nach hinten drücken und das Unterteil läßt sich abnehmen. Das geht etwas schwer, aber ist eigentlich ganz einfach.

  2. raytek sagt:

    Ich besitze diesen Staubsauger seit Mai 2007 und bin bis jetzt vollauf zufrieden damit. Ich benutze ihn fast täglich.
    Im Gegensatz zu Klaus lasse ich ihn IMMER auf Stufe 2 laufen und lade den Sauger erst, wenn die Leistung merklich nachläßt. Ab einem gewissen Stadium kann man damit natürlich nicht mehr ordentlich saugen, deshalb lege ich ihn ANGESCHALTET zur Seite und lade das Gerät erst, wenn die Akkus vollkommen leer sind. das Gerät sich quasi komplett abschaltet. Meines Erachtens kann man so bei NiCd Akkus dem Memory Effekt vorbeugen.
    Klar merkt man nach gut 2 Jahren schon eine Verringerung der Akkulaufzeit, aber aus Klaus` Bericht wird ersichtlich, das man evtl. den Sauger IMMER auf Stufe 2 betreiben sollte, damit es nicht zum besagtem Laden von nur 8 von 10 Akkus kommt.
    Und wichtig ist meines Erachtens außerdem, daß erst geladen wird, nachdem die Akkus komplett leer sind.
    Eventuell habe ich damit einem schnellen Tod meiner Akkus vorgebeugt. Leider wird in dieser Preisklasse noch kein hochwertiges Ladegerät mit intelligenter Ladeelektronik verbaut.
    Und wenn man ein einigermaßen versierter Heimelektroniker ist oder einen Bekannten hat, der sich mit solchen Sachen auskennt, kann man nachträglich die erschöpften Akkus gegen Neue einlöten.

  3. Akku Sauger Tester sagt:

    Ein wirklich sehr guter Beitrag, der mich vor der ein oder anderen Fehlentscheidung bewahrt hat!

  4. Bernhard Weick sagt:

    Kann ich nur bestätigen. Mein CV 1205 von Black & Decker hat auch bereits nach 2 Jahren seinen Geist aufgegeben. Garantiezeit war gerade vorüber.
    Für mich sind das Konstruktionsfehler von Black & Decker.
    So einen Schrott sollte man nicht verkaufen dürfen.Vor allen Dingen sollte man, wenn überhaupt die Akkus austauschen können, ohne daß man Elektroniker ist.

  5. Markus sagt:

    Hallo Klaus,
    ich möchte bei meinem V1250 auch sämtliche Akkus tauschen. Hast Du Deine Akkus von Conrad Electronics oder von ELV und könntest mir einen Link dazu geben? Wenn nein, eine genau Bezeichnung wäre auch schon hilfreich.
    Herzliche Grüße
    Markus

  6. Tim sagt:

    Hallo, habe meinen Akku vom CV 1205 auseinandergebaut, weiß jetzt aber leider nicht mehr, wie die Zellen drin lagen. Hat vielleicht irgendjemand ein Foto vom offenen Akku, damit ich ihn wieder zusammenkriege?

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