Goofraud – Google und die Google AdSense-Mafia

Aktuell dürften einige Websitebetreiber von Gewissensbissen geplagt sein. Zeigt doch Google zum Teil sogar auf deren Homepage großformatige Werbung für Phishingbetrüger an und alle drei verdienen gut daran. 

Jeder kennt sicherlich die unzähligen eMails, in den „Projekt Coordinatoren“ oder „Operatoren der bedingten Deponierung“ gesucht werden, die beim Geldtransfer für ausländische Gesellschaften helfen sollen.

Phishing

Obwohl die eMails meist in äußerst holprigem Deutsch formuliert sind, steht jeden Tag ein Dummer auf, der darauf hereinfällt. Aufgabe der Homeoffice-Mitarbeiter ist es, über ihr privates Konto Zahlungen entgegenzunehmen und ins Ausland weiter zu überweisen. Die Überweisungen stammen dabei von Konten die per Phishing gehackt wurden. Die Polizei kommt den „Operatoren“ meist schnell auf die Schliche. Dann ist ihnen nicht nur ein Strafverfahren sicher.

In anderen aktuellen Spam-eMails wird für Webseiten geworben, auf denen man seine Kenntnisse in Führerscheinprüfungsfragen testen, sein Lebenserwartung berechnen oder Lösungen für Hausaufgaben erhalten kann. Wer das Kleingedruckte nicht liest, schliesst mit einem einfach Klick mit dem Anbieter einen Vertrag über 79,- Euro oder auch mehr ab.

Nachdem sich Spam-Filter aber immer mehr durchsetzen, landen diese eMails mittlerweile immer öfters dort, wo sie hingehören. In den virtuellen Mülleimer. Deshalb haben die Anbieter einen neuen Weg gefunden um ihre zweifelhaften oder betrügerischen Angebote zu bewerben. Und dabei hilft Google. Und das geht so:

Viele Internet-Angebote werden ausschließlich über Werbung finanziert und hier ist Google die unangefochtene Nummer Eins als Werbepartner. Über das Google AdSense-Programm können Anbieter von Webseiten auf ihre Seiten Werbung integrieren. Google sucht dabei Anzeigen die zum Inhalt der angezeigten Webseite passen. Klickt der Nutzer eine Anzeige an, erhält der Websitebetreiber und Google von dem beworbenen Anbieter eine Provision. Je mehr der Klick einem Anbieter Wert ist, des do öfters und größer wird seine Anzeige angezeigt. Anstatt wie üblich auf einer Fläche von 300 * 250 Pixeln 4 Anzeigen unterzubringen, werden dann zwei oder sogar nur eine Anzeige untergebracht. Aktuell wird in maximaler Größe auf bekannten Webseiten nach „Zahlungsdienstleistern“ für einen bekannten Phisher gesucht. Den Webseitenbetreibern dürfte i.d.R. wohl nicht klar sein, für was da auf ihren Webseiten geworben wird. Und auch für den Führerscheintest finden sich überall von Google angezeigte Anzeigen.

Manchen Websitebetreibern ist das jedoch nicht Recht. Sie berichten zwar von drei- bis fünffachem Umsatz aufgrund dieser Anzeigen, aber die Opfer dieser Angebote werden sich sicherlich später erinnern, wer ihnen diese Dienste empfohlen hat und vielleicht die Webseite meiden, auf der die Google-Anzeigen erschienen sind. Google scheint dies alles egal zu sein, verdienen sie doch an jedem Klick. Der Webseitebetreiber kann zwar Filter für die Google AdSense-Anzeigen festlegen, doch wer kennt schon alle unseriösen Webseitenadressen und will täglich seine Filter anpassen.

Die beworbenen Angebote verstoßen übrigens zum Großteil gegen die Google AdSense-Programmrichtlinien. Diese verbieten u.a. den „Verkauf oder Verbreitung von Hausarbeiten“ sowie „illegale Aktivitäten“. Aber das scheint auch Google egal zu sein. Google könnte z.B. sehr einfach die beworbenen URLs mit den bekannten Listen der Phishing-Webseiten abgleichen. Auch der aktuell beworbene Phishingdienst findet sich hier. Vielleicht kann aber auch bei Google keiner Deutsch und deshalb werden alle Anzeigen automatisch genehmigt.

Der Goofraud ist eine Gefahr, die den Ruf aller seriöser Websitebetreiber gefährten auf deren Webseiten Google Anzeigen für unseriöse oder illegale Angebote einblendet.

2 Antworten zu Goofraud – Google und die Google AdSense-Mafia

  1. Oberlehrer sagt:

    Das Problem unerwünschter Werbung via „Google Adsense“ kann man mit dem Konkurrenzfilter angehen. Es ist allerdings ein wenig fummelig, so daß es ziemlich mühsam wird, wenn man gleich mehrere Dutzend Anbieter filtern möchte.

  2. ozeanwellen sagt:

    …ja, google ist vieles egal, die holen sich Ihr Geld von den AdWords Kunden und wenn die AdSense Kunden Ihren Zahltag haben, dann streicht google den Account und holt sich dort auch nochmal das Geld. Google verdient also mehrmals und ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz!

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